Freitag, 19. Dezember 2014

Ja und Nein



Ja, der Koalabär war echt. Es war keine dieser Free-Hugs-Aktionen, bei denen sich Menschen auch mal als Bären verkleiden und Umarmungen verteilen. Gerade jetzt, vor Weihnachten. Nein, dieser Koalabär ist keine Option für mich. Aus Gründen. Genannten und ungenannten. Dafür hinterlässt er mehrminütige Botschaften auf dem Telefonbeantworter. Nein, er liest diesen Blog wirklich nicht. Ja, ich schreibe hier über mein Leben. Alles echt, nichts erfunden. Und ja, der Song ist wirklich schön. Es freut mich, wenn er euch gefallen hat. An Männerstimmen gefallen mir übrigens Johnny Cash, Joe Cocker und Herbert Grönemeyer. Vermutlich auch andere, die kommen mir jetzt aber nicht in den Sinn. Vielleicht sucht ihr mal einen Song für mich aus? Danke und gute Nacht allerseits.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Koalabären lesen nicht


Ich gebe zu, dass es mich nicht ganz kalt lässt. Die Vorstellung, dass ich morgen früh in eine Maschine nach Indien gestiegen wäre. Deshalb habe ich heute Dhal und Paneer Makhani gegessen. Beim Essen dachte ich über diese nicht stattfindende Reise nach und gleichzeitig auch an die vielen Menschen, die der Zufall ausgerechnet dieses Jahr wieder an Land und in mein Leben gespült hat. Dabei kam mir ein bestimmter Mann in den Sinn, der seit ein paar Tagen immer mal wieder meine Gedanken gestreift hatte.
Ich weiss, ihr werdet es mir jetzt nicht glauben. Aber es ist wirklich wahr. Als ich nach dem Essen wieder auf die Strasse trat, lief mir genau dieser Mann über den Weg. Wir schauten uns ungläubig an und ich wollte es schon bei einem simplen «Hallo» bewenden lassen, als ihn plötzlich ein leuchtendes Strahlen ergriff und er sagte, er hätte ausgerechnet heute Morgen an mich gedacht! Als ich lachen musste, warf er sich wie ein Koalabär stürmisch an meinen Hals und umschlang mich. Dabei sprach er die ganze Zeit auf mich ein, knuddelte und herzte mich, stellte tausend Fragen, gab sich die Antworten selber und zog auch gleich sämtliche Fazite. Weshalb und warum denn nicht mehr?? Das Ganze spielte sich wohlbemerkt zur Mittagszeit in Zürich an der Bahnhofstrasse ab ... Nein, er ist kein Schweizer. Und dies ohne die Schweizer beleidigen zu wollen, denn das wäre einfach schlichtweg nicht ihr Stil. Aber zurück zum Koalabär. Ja, warum eigentlich nicht mehr? Die Antwort steht im Titel von diesem Post. Sie lesen übrigens auch keine Blogs.

Für alle Koalabären dieser Welt:

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Flow


Heute keine Zufälle. Sondern ein unglaublich leichter, kreativer Flow. Wenn sich beim Lunch mit einer Freundin vage Ideen plötzlich konkretisieren. Wenn es fliesst. Dann ist das Leben gut. Bald mehr darüber. Ein kleiner Anhaltspunkt nur: Korfu, Yoga, Hand aufs Herz ...

Sonntag, 14. Dezember 2014

Mich wundert nichts mehr

Gestern schrieb ich über Zufälle, die keine sind. Und damit ihr es mir glaubt – oder wohl besser, damit ich es mir in einem Jahr selber noch glaube – schreib ich den Zufall von heute auf. Dazu muss ich ein bisschen ausholen, weil man es sonst nicht versteht.
Am 15. November war ich in Einsiedeln zu einer Geschäftseröffnung eingeladen. Ich nutzte natürlich die Gelegenheit, um der wunderschönen barocken Klosterkirche wieder einmal einen Besuch abzustatten, aber auch um bei der Schwarzen Madonna eine persönliche Bitte zu deponieren. Notabene: Ich bin vor gut 20 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten, denn ich betrachte mich als freier Mensch. Ich glaube an eine göttliche Quelle. Dies aber ohne eine bestimmte Zugehörigkeit manifestieren zu müssen. Deshalb habe ich absolut kein Problem, meine Bitten und meine Zwiesprache mit der Quelle in einem buddhistischen Tempel, in einer katholischen Kirche, im Anblick des Meeres oder vor einem hinduistischen Altar vorzutragen. Und selbstverständlich auch meinen Dank auszusprechen. Der Zufall wollte es, dass ich mich ausgerechnet zur lateinisch gesungenen Vesper, dem Abendgebet der Mönche, in der Kirche befand. Nach der Vesper spielte ein kleines Kammerorchester mit Harfenbesetzung ein paar barocke Musikstücke. Unter anderem den berühmten Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel (1653-1706). Ich kannte ihn, hatte ihn aber schon seit vielen Jahren nicht mehr gehört. Und schon gar nie live mit Harfe. Das Ganze kam mir wie eine Inszenierung vor. Und ich mitten drin – im richtigen Moment, am richtigen Ort. An jenem Wochenende wollte ich mir unbedingt auf iTunes den Kanon holen, was ich dann aber aus mir unerklärlichen Gründen wieder vergass. Doch gestern, als ich den Post «Update» schrieb, kam mir das alles plötzlich wieder in den Sinn. Ich suchte mir auf Youtube das Stück und liess es beim Schreiben ein paar Mal im Hintergrund laufen. 
Und heute führte mich schliesslich mein Sonntagsspaziergang an den See, zum Schiffsteg. Dort, wo wie jedes Jahr am dritten Advent eines der Friedenslichter aus Bethlehem nach Zürich gebracht wird. Ich wusste nichts von der Veranstaltung, sonst hätte ich den See und die damit verbundene Menschenansammlung bestimmt gemieden. Ein Mikrofon kündete die Ankunft der sogenannten Arche an, ein mit Lichtern geschmücktes Holzboot. Das Friedenslicht wurde von einem Mädchen namens Chiara feierlich an Land getragen. Ich machte ein Foto und wollte schon wieder gehen, da ertönte aus den Lautsprechern der Kanon von Pachelbel. Live und auf Harfe gespielt.

Ihr kennt den Kanon bestimmt und ich habe auf Youtube keine schöne Version mit Harfe gefunden, dafür aber diese hier (Sreyas Krishnan Trance Remix). Enjoy!

Und übrigens: Danke von Herzen für die aufmunternden Worte und Gedanken zu meinem Entscheid, nicht nach Indien zu reisen!


Samstag, 13. Dezember 2014

Update



Am 24. November habe ich meinen Flug nach Goa annulliert. Ein rein intuitiver Entscheid. Ich kann nach wie vor keinen handfesten Grund dafür nennen. Ausser, dass ich schon seit Wochen ein grosses Unbehagen verspürte, wenn ich an diese Reise dachte. Und jeden Morgen, beim Aufwachen, diesen Satz im Kopf und im Herzen: Du musst dableiben.
Seit ich diese Reise abgesagt habe, ereignen sich Dinge in meinem Leben, die man wohl am ehesten mit Synchronizität bezeichnen kann. Zufälle, die keine sind. Ich bin jeden Tag aufs Neue gespannt. Und ich weiss im Moment auch nicht, wie und ob es auf diesem Blog weitergehen soll. Ich werde in mich gehen. Und schauen, was mir die nächste Zeit so bringt. Und dabei ab und zu Dhal essen – ein indisches Linsengericht. Und Kachori und Samosas ...

Mittwoch, 5. November 2014

Was hat eigentlich der Busen mit dem Herz zu tun?


Wieso sagt man auf Deutsch Busenfreund bzw. Busenfreundin? Weil der Busen auch für Brust stehen kann? Und weil dahinter das Herz schlägt? Aber wie ist das denn bei den Männern? Die haben ja keinen Busen, sondern lediglich eine Brust. Die italienische Übersetzung von Busenfreundin und Busenfreund ist amica del cuore und amico del cuore. Also Herzfreundin und Herzfreund. Scheint mir irgendwie logischer zu sein. Und vor allem näher beim Herzen. Die Menschen auf den Fotos mit mir gehören übrigens zu meiner Herzfamilie.


Samstag, 1. November 2014

Ich bin nicht beides


Heute, nachdem ich dieses Foto mit dem Satz «Today... take time to do what makes your soul happy» auf meine FB-Seite Hand aufs Herz Handanalysen gepostet hatte, wurde mir erst bewusst, dass das Bildarrangement meine Frage nach Identität spiegelt. Ristretto und Schokolade. Italien und Schweiz. Ein Ristretto ist ein stark gepresster Espresso. Intensiv im Aroma, in zwei, drei Schlucken getrunken und mit nachhaltiger Wirkung. Ich bin ein Ristretto. Habe Ecken und Kanten. Manche sind mittlerweile ersichtlich, andere immer noch süss verpackt. Ich kann mich sehr gut anpassen. Bedingt durch meine Geschichte – die Geschichte meiner Eltern. Migranten aus dem Süden. Ja nicht auffallen, ruhig sein, still sein, Schokolade sein. Das Mantra meiner Kindheit. Sich daraus herausschälen braucht seine Zeit.