Samstag, 13. Dezember 2014

Update



Am 24. November habe ich meinen Flug nach Goa annulliert. Ein rein intuitiver Entscheid. Ich kann nach wie vor keinen handfesten Grund dafür nennen. Ausser, dass ich schon seit Wochen ein grosses Unbehagen verspürte, wenn ich an diese Reise dachte. Und jeden Morgen, beim Aufwachen, diesen Satz im Kopf und im Herzen: Du musst dableiben.
Seit ich diese Reise abgesagt habe, ereignen sich Dinge in meinem Leben, die man wohl am ehesten mit Synchronizität bezeichnen kann. Zufälle, die keine sind. Ich bin jeden Tag aufs Neue gespannt. Und ich weiss im Moment auch nicht, wie und ob es auf diesem Blog weitergehen soll. Ich werde in mich gehen. Und schauen, was mir die nächste Zeit so bringt. Und dabei ab und zu Dhal essen – ein indisches Linsengericht. Und Kachori und Samosas ...

Mittwoch, 5. November 2014

Was hat eigentlich der Busen mit dem Herz zu tun?


Wieso sagt man auf Deutsch Busenfreund bzw. Busenfreundin? Weil der Busen auch für Brust stehen kann? Und weil dahinter das Herz schlägt? Aber wie ist das denn bei den Männern? Die haben ja keinen Busen, sondern lediglich eine Brust. Die italienische Übersetzung von Busenfreundin und Busenfreund ist amica del cuore und amico del cuore. Also Herzfreundin und Herzfreund. Scheint mir irgendwie logischer zu sein. Und vor allem näher beim Herzen. Die Menschen auf den Fotos mit mir gehören übrigens zu meiner Herzfamilie.


Samstag, 1. November 2014

Ich bin nicht beides


Heute, nachdem ich dieses Foto mit dem Satz «Today... take time to do what makes your soul happy» auf meine FB-Seite Hand aufs Herz Handanalysen gepostet hatte, wurde mir erst bewusst, dass das Bildarrangement meine Frage nach Identität spiegelt. Ristretto und Schokolade. Italien und Schweiz. Ein Ristretto ist ein stark gepresster Espresso. Intensiv im Aroma, in zwei, drei Schlucken getrunken und mit nachhaltiger Wirkung. Ich bin ein Ristretto. Habe Ecken und Kanten. Manche sind mittlerweile ersichtlich, andere immer noch süss verpackt. Ich kann mich sehr gut anpassen. Bedingt durch meine Geschichte – die Geschichte meiner Eltern. Migranten aus dem Süden. Ja nicht auffallen, ruhig sein, still sein, Schokolade sein. Das Mantra meiner Kindheit. Sich daraus herausschälen braucht seine Zeit.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Paris - Passion pour la couleur

Die Ausstellung über das Lebenswerk von Sonia Delaunay (1885-1979) im Musée d’Art Moderne von Paris ist absolut sehenswert. Die Ausdruckskraft der Farben schlichtweg faszinierend. Eine Künstlerin, die das eigene Leben zur Kunst machte. Sie malte nicht nur, sondern entwarf auch Möbel, Teppiche, Dekorationsgegenstände, Stoffmuster und hatte eine eigene Kleiderkollektion. Eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und bis ins hohe Alter malte. In einem Filmausschnitt sagt sie rückblickend: Je voulais exprimer ma poésie intérieure et vivre librement. Sie liebte das Leben. Das sieht man an den Farben, in die man förmlich eintauchen kann. Ich war zwei Stunden lang völlig hin und weg. Eine wunderbare Ausstellung. Noch bis zum 22. Februar 2015 in Paris.

Samstag, 18. Oktober 2014

Paris – Sie sind Italienerin, das spüre ich!


Sagt Antoine, der Besitzer des Parfumladens Marie Antoinette im Marais. Das Parfum, das ich im Auftrag einer Freundin kaufen soll, führt er nicht mehr und deshalb schickt er mich mit seinen besten Empfehlungen in einen Laden in die Rue de Castiglione. Am Schluss nennt er sich Antonio und spricht Italienisch mit mir.
Seit gestern Abend bin ich in Paris. Der Anreisetag, mit Zwischenhalt und Arbeitsessen in Strasbourg, war lang und anstrengend. Mein kurzer Aufenthalt hier, eine Mischung zwischen geschäftlich und privat. Ich treffe Übersetzer und gleichzeitig ein bisschen entspannen wäre gut. Gestern Abend schien mir das noch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Paris ist hektisch und laut. Doch heute früh fühlte sich alles ganz anders an. Strahlend blauer Himmel, Kirchenglocken, Schritte auf dem Kopfsteinpflaster ... Paris übt immer wieder einen besonderen Charme auf mich aus. Hier kann ich meine Gedanken spazieren führen. Durch die Strassen des Marais, im Jardin des Tuileries, in Museen und sogar in der Metro.

Montag, 13. Oktober 2014

Geburtstagswünsche


Immer noch wunderbarer Oktober und der eigene Geburtstag schon wieder Geschichte. Danke für die Zusendung diverser Herbstgedichte – auch von selbst gereimten – und dass ihr doch noch eines von Goethe gefunden habt!
Auch Geburtstagswünsche sind Heimat. Insbesondere die altbekannten, wiederkehrenden. Die, die dich in irgendeiner Form jedes Jahr erreichen. Egal, wo du oder die andere Person sich auf dieser Welt gerade befinden. Diesmal blieben sie nach drei Jahrzehnten zum ersten Mal aus. Ich weiss weshalb. Und trotzdem wäre es nicht nötig gewesen. Dieses Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Gehabe. Dieser Stolz. Zusammen mit den guten Wünschen zum neuen Jahr stellten sie ein Zeichen der Verbundenheit dar. Und wurden durch all die Jahre hinweg zu einem Stück Heimat. In zehn Wochen fliege ich nach Indien. Glückwünsche zum neuen Jahr nehme ich dann gerne elektronisch entgegen.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Der Herbst ist keine Jahreszeit

Der Herbst ist Heimat. Zumindest für mich. Vielleicht weil ich im Herbst geboren wurde. Satte Farben. Leuchtend und ausdrucksstark in ihrer Tiefe. Das Beste wäre jetzt ein Herbstgedicht von Goethe gewesen, aber ich habe keines gefunden.