Ein interessanter Artikel zum Thema Heimat und Integration:
Dies ist eine Art Tagebuch über mein Leben als Seconda in der Schweiz. Mit Abstechern in die Vergangenheit, Gedanken und Erlebnissen zu Identität und Heimat. Ein Tanz zwischen den Kulturen, der manchmal auch auf Reisen stattfindet.
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Schweiz–Italien, ein gelungenes Freundschaftsspiel
Danke und Grazie all meinen Freundinnen und
Freunden! Dank euch habe ich einen warmen, lustigen und sehr herzlichen
Geburtstagsabend verbracht. Das war Geborgenheit und Heimat.
Montag, 30. September 2013
Heimat kann auch ...
Zwangsheimat
Wahlheimat
Geburtsheimat
Passheimat
Bildungsheimat
Sprachheimat
Seelenheimat
Essensheimat
Sehnsuchtsheimat
Nichtheimat
sein.
Dienstag, 24. September 2013
Nein zum Ausländerstimmrecht
Erstaunt mich
nicht. Was mich erstaunt und leicht befremdet, ist der Einstiegssatz und die
Schlussfolgerung im gestrigen Zeitungsartikel zum Thema. Stimmbürger wollen Kontrolle, ob Ausländer tatsächlich integriert sind.
Kann man Integration kontrollieren? Oder gar messen? Und was ist tatsächliche Integration?
Ich lese interessiert weiter und erfahre ganz am Schluss: Viele Stimmende dürften sich ganz
einfach gesagt haben: Wer mitreden will, der kann sich ja einbürgern lassen. So
hat der Staat wenigstens eine gewisse Kontrolle darüber, dass Ausländerinnen
und Ausländer auch wirklich integriert sind und unser politisches System
kennen, wenn sie politische Rechte erhalten. Das wäre beim Ausländerstimmrecht
nicht der Fall gewesen. Aha. Wenn man beim
Einbürgerungsverfahren die Prüfung mit den Fragen zum politischen System
erfolgreich besteht, ist man wirklich integriert. Interessanter Ansatz. Und ja,
klar, beim kommunalen Ausländerstimmrecht würden die Ausländerinnen und
Ausländer einfach so am Wochenende, weil man grad nichts Besseres zu tun weiss,
ein bisschen an die Urne abstimmen gehen. Egal, ob sie kapiert haben, worum es
geht. Und was, wenn einige es sogar kapieren? Eine Bedingung für das Stimmrecht
war ja, dass man zehn Jahre in der Schweiz und drei Jahre in der Gemeinde
wohnhaft sein muss. Zeit genug, vieles zu kapieren. Nein, Zürich und auch
andere Kantone, die am vergangenen Wochenende über diese Vorlage abgestimmt
haben, sind nicht ausländerfeindlich. Es geht nur um Kontrolle. Eines der
ersten deutschsprachigen Wörter, die ich als Kind Anfang der sechziger Jahre in
der Schweiz gelernt habe.
Sonntag, 15. September 2013
Wie in Manila
Vor einigen Jahren las ich einen
Artikel über Manila. Das sei weltweit die Stadt, in der sich die Menschen am
häufigsten SMS-Nachrichten schicken. Weiter las ich, dass diese Abertausende
von Nachrichten, die dort täglich ausgetauscht werden, bloss aus einem
lächelnden Smiley bestehen. Sonst nichts. Das bedeutet dann so viel wie: «Hey,
ich habe grad in diesem Moment an dich gedacht!» Und die Person, die so eine
Nachricht bekommt, lächelt zurück: «Hey, schön, dass du an mich gedacht hast!»
Und so weiter und so fort. Faszinierend. Seit der Lektüre dieses Artikels ist
einige Zeit vergangen. Die Faszination ist geblieben. Doch Zürich ist nicht
Manila. Und das hat verschiedene Gründe. Wir denken nämlich, eine SMS-Nachricht
müsse einen Sinn haben. Müsse sich lohnen. Schliesslich bezahlen diejenigen,
die kein monatliches All-inclusive-Package abonniert haben, immer noch 20
Rappen pro Kurznachricht. Da will man bei 160 Zeichen inklusive Leerschläge
effizient sein. Die Tage vergehen und man denkt hie und da an X, an Y und auch
an Z. Doch man wartet. Bis man einen triftigen Grund für eine intelligente
Nachricht von 160 Zeichen inklusive Leerschläge gefunden hat. Alles andere wäre
emotional übertrieben. Und finanziell sowieso. Man denkt ja ständig an
jemanden. Ich glaube aber, ein Lächeln auf das Gesicht eines anderen Menschen
zu zaubern, ist unbezahlbar und macht immer Sinn. Und deshalb bin ich für mehr
Empathie im Leben: Spread your love!
Freitag, 6. September 2013
Donnerstag, 5. September 2013
Wer zuerst das Meer sieht, hat gewonnen
Noch ist Sommer und kein Herbst. Und
so wandern die Gedanken in längst vergangene Sommer, in denen wir ans Meer
fuhren. An Feldern, wilden Kaktusfeigen und Weiden vorbei. Darauf sonnten sich
schwarze Büffel. «Da kommt die Mozzarella her, die echte», erklärten uns die
Eltern. Ein Wunder – un miracolo. Wie konnten aus diesen mächtigen, schwarz
befellten Tieren so hübsche, schneeweiss glänzende Mozzarellakugeln entstehen?
Immer erwischte mich beim Vorbeifahren ein Büffel, der mir unverblümt und
direkt in die Augen blickte. Pechschwarze Augen. Natürlich ass ich damals keine
Mozzarella. Doch der Gedanke an ihre wundersame Entstehung faszinierte mich und
trug mich weiter bis zur Wegkreuzung, an der mein Vater stets den gleichen Satz
sagte: «Wer zuerst das Meer sieht, hat gewonnen!» Solange meine sechs Jahre
ältere Schwester mitfuhr, gewann ich nie. Ich habe trotzdem mitgespielt und
einfach gewartet, bis meine Schwester endlich rief: «Ich sehe es! Das Meer!»
Ich aber hatte das Meer längst ... gerochen. Schon bei den Kaktusfeigen und den
Büffeln. «Das zählt nicht!» rief meine Schwester aufgebracht, als ich es einmal
sagte. «Man muss das Meer sehen.» Nein, muss man nicht. Man kann es auch
riechen. Jederzeit und überall. Sogar in der Stadt. Auch in Zürich.
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